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Rhein-Zeitung, 27.08.2012

„Essen auf Rädern“ neu organisiert

Caritas Kuriere sind rund um Boppard mit moderner Technik unterwegs

M Mittelrhein. „Essen auf Rädern“ bleibt dank neuer Technik mit neuem Partner auf der Höhe der Zeit. Rund um Boppard sind drei ehrenamtliche Arbeitsgemeinschaften der Caritas im Einsatz: in Bad Salzig, Boppard Stadt und in Buchholz. An Werktagen versorgen sie ältere und kranke Menschen mit warmen Mahlzeiten. Die Helfer engagieren sich schon seit Jahrzehnten: Die Bopparder Gruppe ist mehr als 30 Jahre aktiv, die Buchholzer immerhin 15 Jahre.

Bislang kam das Essen aus der Küche des Stiftungsklinikums Mittelrhein. Doch es zeichnete sich ab, dass die Zusammenarbeit wegen technischer Veränderungen im Krankenhaus nicht dauerhaft in der bewährten Form fortgeführt werden kann. Hilfsbedürftige sollen aber auch künftig auf den regelmäßigen Besuch der Essenskuriere vertrauen können. Seit Mai gibt es nun ein modernes Transportsystem in den Autos. Auf der Tour von Haus zu Haus behalten Vorsuppen und Hauptgerichte in speziellen Warmhaltegeräten ihre Temperatur. Salate und Nachspeisen können getrennt aufbewahrt werden.

Damit die neue Technik funktioniert, wird das Essen auf Einweggeschirr angerichtet und versiegelt. Nun musste noch ein neuer Anbieter gefunden werden, der die Bedürfnisse von Senioren kennt. Denn das Verschließen der Portionsschalen erfordert ein spezielles Gerät, etwas Übung und zusätzliche Handgriffe. Also prüfte die Caritas die Angebote und führte Gespräche. Schließlich fiel die Wahl auf die Stiftung Bethesda-St. Martin, die seit 1990 in ihrer Rheinwerkstatt eine Küche betreibt und Verpflegung an vier Bopparder Schulen liefert. „Das Angebot der Rheinwerkstatt überzeugte uns“, erklärt Caritas-Geschäftsführerin Birgitta Bauer. „Wichtig finden wir auch, dass wir als Wohlfahrtsverband weiter Kunde eines sozialen Trägers sind, der sich Menschen mit Behinderung widmet.“

Für den Verband habe es Priorität gehabt, die Ehrenamtlichen in den Prozess einzubeziehen. „Schon in der Planungsphase haben wir die Gruppen in Gesprächen und Arbeitstreffen auf dem Laufenden gehalten und zum Mitwirken gewonnen“, resümiert Birgitta Bauer. Gleichwohl räumt die Caritas-Chefin ein, dass die Umstellung durchaus mit Schwierigkeiten verbunden war: Sie habe zunächst auch Verunsicherung geschaffen.

Deshalb erhielten alle Kunden vor der Umstellung ein persönliches Informationsschreiben mit einem Gesprächsangebot. Besonderen Stellenwert habe aber der Kontakt der Kunden zu den 64 Ehrenamtlichen gehabt. „Mit dem Herzblut, dass viele der Essenskuriere seit etlichen Jahren einbringen, haben sie die Umstellung begleitet, die veränderten Gepflogenheiten erklärt, aber auch etwaige Beschwerden entgegengenommen.“

Birgitta Bauer bedauert indes, dass sich die Kundenzufriedenheit nicht zu 100 Prozent erhalten ließ: „Leider mussten wir zunächst eine Reihe von Abmeldungen verzeichnen.“ Dass sich jetzt die ersten „Rückkehrer“ zeigen, führt sie auf die gute Kooperation mit der Rheinwerkstatt zurück. „Werkstattleiter Clemens Bergmann und sein 14-köpfiges Küchenteam waren stets offen für Rückmeldungen.“ Die neue Form der Essensausgabe sei perfektioniert worden.

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