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Rhein-Zeitung, 24.08.2012

Malu Dreyer schaute zum Geburtstag vorbei

Integration Das Unternehmen Best hat sich zu einem der größten Arbeitgeber in Boppard gemausert

Von unserer Mitarbeiterin Suzanne Breitbach

20120824rhz.jpgBoppard. Die Firma Best feiert ihren 20. Geburtstag. Die Tochter der Stiftung Bethesda-St. Martin in Boppard leistet Integrationsarbeit für benachteiligte Menschen auf dem Arbeitsmarkt. Wie Geschäftsführer Werner Bleidt ausführte, sind im Unternehmen 183 sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter beschäftigt. 57 davon sind schwerbehindert. Die Personalkosten beliefen sich 2011 auf 3,85 Millionen Euro, 1,45 Millionen Euro davon wurden als Lohnsteuer und Sozialversicherung abgeführt. Der Jahresumsatz betrug 6,30 Millionen Euro.

Das Unternehmen unterhält unter anderem eine Tischlerei, einen Garten- und Landschaftsbau sowie eine Wäscherei. Zu den weiteren Geschäftsfeldern gehören Gebäudereinigung, Logistik, Pflegehilfe, und Catering. Zudem betreibt Best Kioske in Koblenz, Lahnstein, Neuwied und Sinzig. Kunden der Firma sind Privathaushalte, Kranken- und Senioreneinrichtungen, und eine Bundesbehörde.

„Wir feiern heute einen für ein Integrationsunternehmen seltenen Geburtstag“, betonte Werner Bleidt in seiner Rede. Viele in der Branche seine schon ausgestiegen. Das Unternehmen sei gesund. „Die wirtschaftlichen Umsätze reichen aus, um Löhne und Nebenkosten zu sichern“, erklärte Bleidt – trotz aller bürokratischer Hindernisse. Sein besonderer Dank galt den Gremien der Stiftung, die das Projekt getragen und immer wieder unterstützten. Mehr als 80 Prozent werden aus wirtschaftlichen Erträgen finanziert. Der Rest werde über Zuschüsse gedeckt.

Glückwünsche überbrachte Bürgermeister Walter Bersch. Immerhin zähle die Firma Best zu den größten Arbeitgebern im Stadtgebiet von Boppard. Die Mainzer Ministerin Malu Dreyer sprach an, dass es in Rheinland-Pfalz 70 Integrationsbetriebe gibt, die 2000 Arbeitsplätze bieten – 800 davon für Schwerbehinderte. Als großen Kämpfer lobte sie das Engagement des Geschäftsführers Werner Bleidt und seiner Mitstreiter, denen es in 20 Jahren gelungen sei, immer wieder Nischen zu finden, um Menschen zu integrieren.

Dass ein Betrieb nur existieren kann, wenn entsprechender Rückenwind aus der Stadt kommt, ist für die Ministerin selbstverständlich. Allerdings seien die Rahmenbedingungen extrem schwierig, die eigenen Haushaltsmittel des Landes schnell verbraucht. „Der Bund zeigt keinerlei Ambitionen, sich zu beteiligen und Geld in die Hand zu nehmen, um finanzielle Unterstützung zu bieten auf dem gemeinsamen Weg“, zeigte sich Malu Dreyer enttäuscht. Aus ihrer Sicht hat die Firma Best keine Probleme zu befürchten, zumal die Mitarbeiter zum Erfolg des Unternehmens beitragen würden.

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