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Rhein-Hunsrück-Zeitung, 14.11.2011

Neue Glocke ruft zum Gebet

Einsegnung Am südlichen Stadtrand von Boppard ist ein alt bekannter Klang zu vernehmen

Von unserer Mitarbeiterin Suzanne Breitbach

M Boppard. Das Jubiläumsjahr der Stiftung Bethesda-St. Martin nähert sich dem Ende. Seit 25 Jahren engagiert man sich dort für psychisch behinderte Menschen. Mit der Einsegnung der Glocke, die Anfang Mai auf dem Stiftungsgelände gegossen wurde und einen Tag später unter den Blicken zahlreicher Schaulustiger geboren wurde, endet die mehr als 50 Jahre andauernde glockenlose Zeit von St. Martin. Genau am Martinstag ertönte wieder der erste Glockenschlag aus dem renovierten Glockenstuhl.

Um die Einsegnungsfeier, die Pfarrerin Elisabeth Schneider-Maukisch leitete, zu unterstützen, trat der Bethesda-Chor unter der Leitung von Olga Matouchina auf. „Die Glocke ruft zum Gebet und Gottesdienst, verkündet, Gott ist da, wo Menschen Barmherzigkeit brauchen und barmherzig sind“, erinnerte Superintendent Rolf Stahl auch an Martin von Tours und die 1100-jährige Geschichte der Kapelle, an die Errichtung der Stiftung vor mehr als 150 Jahren sowie die vor 25 Jahren gegründete Behindertenhilfe.

Da die notwendige Elektrik für die Glocke nicht pünktlich geliefert wurde, war Handarbeit angesagt. Der technische Leiter der Rheinwerkstatt, Rudolf Hammes, übernahm als Glöckner das wichtige Amt. Die Spannung stieg, und in der Kirche wurde es still, als erstmals der Klang der Glocke zu hören war. Damit endete die jahrzehntelange glockenlose Zeit der Kapelle St. Martin. Am südlichen Stadtrand von Boppard läutet jetzt wieder eine Glocke, die zum Gottesdienst ruft.

Rückblick: Unter großem Interesse wurde auf dem Gelände des Klosters St. Martin im Mai die neue Glocke gegossen. Die Gussarbeiten übernahm Bruder Michael von den Benediktinern der Abtei Maria Laach. Die Geburt der Glocke datiert auf einen Tag später (wir berichteten).

Den festlichen Rahmen der Glockensegnung nutzte Werner Bleidt, der Geschäftsführer der Bethesda-St. Martin, um das Heft „1100 Jahre Kapelle St. Martin Boppard“ vorzustellen. In mehr als einjähriger Recherche hat der pensionierte Rektor der Bischöflichen Realschule Marienberg Boppard, Gerhard Schäfer, die Geschichte der Kapelle recherchiert, zusammengetragen und für den Leser erlebbar gemacht. „Die urkundliche Ersterwähnung datiert auf das Jahr 911, als die ersten Gebäude auf dem heutigen Gelände der Stiftung entstanden sind. Heilige Frauen und Männer haben hier jahrhundertelang gewirkt und gelebt, das Kloster wurde vielfältig genutzt“, machte Werner Bleidt bei der Vorstellung der Broschüre Geschmack auf das 56-Seiten-Werk.

Die Broschüre ist bei der Stiftung Bethesda-St. Martin, Mainzer Straße 8, 56154 Boppard, sowie unter Telefon 06742/874 70 erhältlich.

Suzanne Breitbach

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